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20. Mai 2014

Artesania oder von der Kunst, sich ein Kunstwerk zu kaufen

Lebensbaum, dem mexikanischen Handwerk gewidmet

Handwerk kaufen macht Spass! Und wenn es einem gefällt, ist es eigentlich auch egal, ob es echt oder falsch, aus der Region oder aus China und zu teuer oder billig ist. Sucht man aber bewusster aus und möchte mehr als die immergleichen, globalen Backpackersouvenirs, so wird's schnell kompliziert. Hier ein kleiner Shopping-Guide, was man von wo und wie mit nach Hause bringen kann…

7. Mai 2014

Tikal, die Weltkulturstätte


Die schiere Grösse der Ruinenanlage und die fünf imposanten Tempel sind bestimmt Grund genug, Tikal als eine der eindrücklichsten Maya-Ruinen überhaupt zu bezeichnen. Doch was die Stätte zusätzlich auszeichnet ist ihre Lage in Mitten eines dichten Regenwaldes. Die reiche Tierwelt, die sich dem Besucher selbst beim Begehen der regulären Parkwege eröffnet, ist ein Erlebnis für sich: Brüllaffen, Klammeraffen, Tukane, Agoutis und die unüberhörbaren Papageie können mit grosser Sicherheit gesehen werden. Mit etwas Glück hat man morgens früh den dunstigen Regenwald und seine Geräusche ganz für sich allein, am besten vom mächtigen Tempel IV aus (Fortsetzung unter weitere Informationen)

Der Kapokbaum


Sie galt als heiliger Baum bei den Maya: die Ceiba. Noch heute findet man viele dieser Bäume, zu Deutsch Kapokbäume, an prominenten Stellen in ganz Zentralamerika. Oft findet man eine Ceiba auf dem Hauptplatz des Dorfes. Städte sind nach ihr benannt, Nicaragua trägt eine Ceiba im Nationalwappen und Guatemala erklärte sie zum Nationalbaum. Die Kapokbäume können bis zu 70 Meter hoch werden und sind oft durch mächtige Brettwurzeln gestützt. Die Kapok-Samen sind in ein weisses, fülliges Material gehüllt, das als Füllmaterial für Polster und Matratzen dient. In der Maya-Mythologie ist die Ceiba die Achse der Welt und hält so die Unterwelt, die reale Welt und die Götterwelt zusammen. Die Ceiba wird daher auch als Weltenraum bezeichnet.

23. April 2014

Guatemala und seine Trachten



Es ist frappant: Sobald man die Grenze nach Guatemala überquert, sind die bunten Trachten nicht zu übersehen. Kein anderes mittelamerikanisches Land – und vielleicht überhaupt keines auf der Welt – trägt seine traditionelle Kleidung so konsequent und so stolz wie die Guatemalteken. Wir machten uns auf die Spuren dieser Eigenheit…

2. April 2014

Die Laguna Apoyo



Zwischen der indigen geprägten Handwerkerstadt Masaya und der Kolonialstadt Granada liegt ein andere, kleiner Schatz: die Lagune Apoyo. Der Kratersee wartet mit kristallklarem Wasser auf, das dank unterirdischen heissen Strömen das ganze Jahr über angenehm warm ist. Der leichte Schwefelgehalt soll Mücken vertreiben – und tatsächlich wurden wir für einmal von den Plagegeistern verschont. Das Paradies jedoch ist fragil: der sich entwickelnde Tourismus am Seeufer hinterlässt auch so seinen Dreck. Immerhin sollen, gemäss Aussagen eines Einheimischen, ein paar der Hotels ihr Abwasser sammeln mit Lastwagen wieder den Kraterrand hinauf und weg führen. Mehrmals wird uns stolz versichert, dass die Lagune Apoyo die sauberste in Nicaragua sei.

26. Januar 2014

Ungelöste Rätsel


Waren es Ausserirdische? Oder doch prähispanische Kulturen? Und wozu sind sie da? Die Fragen drehen sich um die gigantischen Steinkugeln, die man in der Gegend um Palmar im Süden Costa Ricas gefunden hat. Massenhaft Granitkugeln sind es, die meisten nahezu perfekt rund. Wozu sie da sind, haben Forscher bis heute nicht genau herausgefunden. Sie mussten für die Erschaffer – vermutlich Brunca-Indianer – aber wichtig gewesen sein, denn manche wurden sogar mit dem Schiff auf Inseln gebracht. Dies, obwohl sie bis zu 2 Meter hoch und 15 Tonnen schwer sein können!
Eine der Theorie ist, dass mit den Kugeln das Sonnensystem nachgebaut wurde. Genau herausfinden kann man das vielleicht nie. Unter anderem deshalb, weil viele der Steinkugeln schon längst geplündert und verschleppt worden sind und heute Gärten der reichen Ticos (Costa Ricaner) zieren.

Eine Million Mosaiksteine


Costa Rica kann kaum mit kolonialen Bauten trumpfen, selbst Kirchen sind nicht besonders monumental. Ein kleines Kunstwerk ist dennoch die Kirche im Dörfchen Canas. Der ansässige und landesweit berühmte Künstler Otto Apuy hat die Kirche mit über einer Million Mosaiksteinen in ein Kunstwerk verwandelt.

Eingefangen und ausgestossen


Was bei uns inzwischen verpönt ist, ist in Mittelamerika noch immer weit verbreitet: sich Wildtiere als Haustiere halten. In 25% der Haushalte Costa Ricas sollen Papageien gehalten werden – mehr oder weniger legal. Papageien fanden wir übrigens seit Mexiko immer wieder an der Strasse zum Verkauf angeboten.

18. Januar 2014

Die Schweiz Mittelamerikas


Fast jedes Gebiet hat seine "Schweiz", ein Stück Landschaft, das besonders schön ist. So erstaunt es uns nicht, dass auch Mittelamerika seine "Schweiz" hat: Costa Rica. Doch das kleine Land hat mehr gemeinsam mit der richtigen Schweiz als ein paar schöne Ausblicke. Anders als der Name «Costa Rica» (reiche Küste) erwarten lässt, galt das Land Wirtschaftlich lange Zeit als nicht besonders interessant. Während in anderen Ländern im grossen Stil Landwirtschaft betrieben und Rohstoffe abgebaut wurden, hatte Costa Rica wenig zu bieten. Möglicherweise ist aber auch das mit ein Grund, weshalb Costa Rica nie gross vom Krieg berührt worden war, wie viele der umliegenden Länder. Costa Rica verfügt inzwischen nicht einmal mehr über eine Armee. Mangels anderer Ressourcen verschrieb es sich dem Naturschutz, stützte seine Wirtschaft auf den internationalen Tourismus ab und mauserte sich still und leise zum reichsten (und teuersten) der mittelamerikanischen Länder. Manchmal ist es auch ein Glück, klein und unscheinbar zu sein…

Leon Viejo


Die alte Spanische Kolonialhauptstadt Leon war eine der ersten, als sie 1524 am Managua-See gegründet wurde. Doch sie überdauerte kein Jahrhundert. Immer wieder wurde die Stadt jedoch von Erdbeben erschüttert und Kriminalität beherrschte die Strassen. Als der Vulkan Momotombo 1610 erneut ausbrach, war es für die spanischen Kolonialherren genug: Sie verliessen die Stadt und gründeten einige dutzend Kilometer weiter westlich eine neue. Während die neue Hauptstadt Leon bis heute ein Schmuckstück ist, lag Alt Leon bald komplett in Ruinen und existierte jahrhundertelang nur noch in Legenden. Erst 1967 entdeckten Forscher den tatsächlichen Standort von Alt Leon und machten aus Legenden Geschichte. Mit in die neue Stadt kam übrigens auch die Statue der Madonna von Merced. Einmal im Jahr, jeweils am dritten Januarwochende, kehrt sie im festlichen Rahmen für einen Tag in ihre "alte Heimat" Leon Viejo zurück.

Umgeben von Schlamm



Der Vulkan Santa Clara sei nicht mehr aktiv, wurde uns gesagt. Brodeln tut er dennoch, nämlich im kleinen Dorf San Jacinto am Fuss des Vulkans. Zwischen Rauch und Schwefelschwaden sprudelt das Wasser aus heissen Quellen, daneben kocht der Schlamm vor sich hin. Der Lehn werde gebraucht als Häuserverputz und Mückenmittel, sagen uns die Kinder, die uns durch das Schlammfeld führen. Und von einem weiteren Gebrauch werden wir gleich selber Zeuge: Mit geschickter Hand formt uns einer der älteren Jungs gleich zwei kleine Ziertöpfchen, die er kurzerhand unseren Buben schenkt. Ich bekomme eine noch etwas ungeschickte Schildkröte von einem kleinen Mädchen und zweifele keine Sekunde darans, dass sie in ein paar Jahren genauso geschickt modellieren wird wie ihre Gspänli.

13. Januar 2014

El Salvador und der Bürgerkrieg


Noch heute geistert der Bürgerkrieg in den Köpfen der meisten Leute herum, wenn von El Salvador die Rede ist. Der Krieg nahm 75 000 Menschen das Leben, viele davon Zivilisten. Aber der Krieg ist seit 20 Jahren vorbei und machte den Weg frei für eine bemerkenswerte Demokratisierung.

23. Dezember 2013

El Boqueron


Der Hausberg von San Salvador wartet mit einer ganz eigenen Spezialität auf: Ein Krater im Krater! Eigentlich Vulkan San Salvador, wird der Riesenkrater allgemein "El Boqueron" – der Mund – genannt. Im Innern des 1,5 km breiten Kraters wuchs ein zweiter, kleinerer Krater. Der letzte Vulkanausbruch 1917 führte zu grossen Schäden und vermutlich auch einigen Toten in den Dörfern um den Vulkan wie auch in der Hauptstadt selber.

Los Tercios Wasserfälle


Wir wurden vorgewarnt: Obwohl die Regenzeit erst wenige Wochen zurückliegt, seien die Wasserfälle Los Tercios bei Suchitoto bereits ausgetrocknet. Davon liessen wir uns aber nicht abschrecken. Begleitet von zwei freundlichen Polizisten (wie vom Touristenbüro im Dorf empfohlen) fuhren wir hinaus ins Grüne – und wurden nicht enttäuscht! Was Los Tercios ausmacht, sind nämlich nicht das Wasser, sondern die Steine draumherum. Aus einer Laune der Natur erodierte der Fels in gigantischen Sechsecken und hinterliess so eine Wabenform, die nicht nur den Wasserfall selber ziert, sondern auch den Fussweg bis dahin!

Joya de Ceren

1500-jähriger Mais

Es war ein Zufallsfund, aber ein ausserordentlicher: Als in den 1970-er Jahren Bagger anfingen, das Fundament für eine Gebäude zu graben, stiessen sie unter einer Erdschicht auf Mayahäuser. Diese waren so gut erhalten, dass die Arbeiter zuerst glaubten, es handle sich um eine kürzlich verlassene Siedlung. Wissenschaftliche Tests fanden aber heraus, dass die Lehmhütten über 1400 Jahre alt waren! Lava eines nachfliegenden Vulkans verschüttete die Siedlung und konservierte sie so gut, dass die Wissenschaftler ein einmaliges Zeugnis von Maya-Alltagsleben erhielten. Die Stätte steht – als einzige in El Salvador – unter dem Schutz der Unesco. Menschenknochen fand man bei den Ausgrabungen übrigens keine, was darauf deutet, dass die Bewohner rechtzeitig vor dem Vulkanausbruch fliehen konnten.

15. Dezember 2013

Indigo, die Farbe der Maya


Die Farbenpracht der Indigenen Zentralamerikas ist legendär. Eine spezielle Farbe selbst für sie ist Indigo, ein tiefes Blau, das auf verschiedenen Kontinenten aus Arten der Indigo-Pflanze gewonnen wird. Die Casa Blanca Ruine in Chalchupa bietet Besuchern Informationen und selbst Workshops zu dieser alten – und leider einmal mehr bedrohten – Tradition an. Mit asiatischen Batikmethoden (abbinden, wachsen oder mit Paste) werden erstaunliche Zeichnungen erreicht. Der aus der Pflanze gewonnen Farbsud soll sich jahrelang halten. Während des Färbevorgangs wird das weisse Textil zuerst grün und anschliessend durch die Oxidation dunkelblau. Dank der Oxidation soll die Farbe auch mehr oder weniger waschfest sein, so dass keine weitere Behandlung nötig ist.
(Mehr zum Dorf und seinen alten Mayageschichten unter "weitere Informationen".)

1. Dezember 2013

buen provecho!



Die zentralamerikanische Küche lebt von frischen Nahrungsmitteln und vom Mais (der Mais wird denn auch dafür verantwortlich gemacht dass die Menschen hier sesshaft wurden und Hochkulturen entwickelten – entsprechend wird er verehrt). Zwar hat jedes zentralamerikanische Land seine Spezialitäten, aber die wohl grösste Auswahl findet man in Mexiko. Hier sind ein paar Gerichte und Nahrungsmittel vorgestellt.

Antigua


Guatemalas touristische Hauptstadt, Antigua, ist eine der ältesten Städte Zentralamerikas. Zwischen 1543 und 1773 florierte sie, war ein geistiges und kommerzielles Zentrum der Neuen Welt. Zahlreiche Kirchen, eine Universität und sogar eine Druckpresse waren in der Stadt angesiedelt. Immer wieder wurden Teile Antiguas von Erdbeben zerstört, doch das Ende kam mit dem Beben von 1773. Die Stadt blieb in Ruinen, die Hauptstadt wurde nach Guatemala Stadt verlegt. Zwar war Antigua (oder auch Antigua Guatemala) nie völlig verlassen, aber es kümmerte sich auch keiner um den Erhalt der kolonialen Gebäude. Erst als die Unesco die Stadt in ihrem Gesamtbild 1972 zum Weltkulturerbe ernannte, änderte sich die Wahrnehmung. Heute haben sich mit den Touristen auch zahlreiche internationale Geschäfte im Stadtkern von Antigua angesiedelt. Hier ein Photospaziergang (unter weitere Informationen).

English summary:
Antigua was once the intellectual and busyness center of Central America until an earthquake destroyed it in 1773. The Capital was moved to what today is called Guatemala City and Antigua Guatemala remained more or less in ruins. It was not before 1972 – when the Unesco announced it world heritage – when restoration and preservation of the old colonial buildings became interesting. Today, Antigua is a major tourist magnet and with the tourists came many international food chains as well. Here some pictures of Antigua.

30. November 2013

Sorgenpüppchen






Sie sind kaum eine Fingerbeere gross, und doch werden ihnen grosse Kräfte angedichtet: Die Sorgenpüppchen. Gemäss überliefertem Glauben im guatemaltekischen Hochland kommen sie dann zur Anwendung, wenn einem Sorgen plagen. Vor dem Zu-Bett-Gehen soll man einem von ihnen erzählen, was einem beschäftigt. Anschliessend wird das Püppchen unter das Kopfkissen gelegt. Am nächsten Morgen soll es die Sorge aufgesaugt und so den Betroffenen davon befreit haben. Ob sie nun wirken oder nicht: Die handgemachten Püppchen sind süss und ein handliches kleines Spielzeug. Zur Anwendung kamen sie bis jetzt noch nicht (aber wir haben sie auch erst gerade gekauft ;).

It's called fishing, not catching


Fischen ist mittlerweile unsere neue Passion, und so ist eine unserer erstem Tätigkeiten nach dem Parkieren des Wohnmobils, das Zusammenstecken der Fischerruten.
Auch am Lago Atitlan wurde uns gesagt, es hätte grossse Fische, und als wir bei einem ersten Rundgang einen grossen Brocken springen sahen, war unser Eifer voll entbrannt…  [mar]